studying
Kann ein Freitagabend noch grausamer enden, als mit den unsäglich schlechten Comedyversuchen von Sat1 und RTL? Aber im Sinne der Wissenschaft oder besser gesagt, aus dem Zwang einer Seminararbeit heraus, opfert man doch gerne seinen freien Abend, um sich zusammen 7 Tage, 7 Köpfe anzusehen.
Was sich zu Beginn des Semesters noch als interessante Aufgabe präsentierte, wird nun zum Alptraum! Denn das grandiose Thema "Radikaler Kontextualismus und Alltagsgespräche" zwingt mich nun, die schrecklichsten Formate im deutschen Fernsehen aufzunehmen und anschließend zu transkripieren, damit ich die parallel dazu geführten Gespräche in Verbindung setzen kann. Was wird das für ein Spaß werden, wenn ich in einer Stunde die schlechten Witze von Mike Krüger und Gaby Köster Wort für Wort abtipppen darf. Das nackte Grauen: schwarz auf weiß!
Und morgen dann noch Wetten dass?! und das Highlight am Sonntag: Schwarzwaldklinik. Wenigstens muss ich nicht alleine leiden, denn schließlich mussten sich ja auch noch einige Opfer dazu bereit erklären, mitzuschauen und möglichst qualifizierte Kommentare zu dem Gezeigten abzugeben.
Leider sind sie alle irgendwie schon vor Sendungsbeginn völlig lustlos, da uns allen von diesem Milka Kuhflecken Eis schlecht ist.Vielleicht ist es aber auch nur ein natürlicher Würgreflex, nachdem eben schon die Vorschau lief....
Krizzz - 10. Aug, 23:55
Eigentlich sollte man doch aus jahrelanger Erfahrung irgendwann einmal etwas lernen. Trotzdem scheint dieses Prinzip bei mir einfach nicht zu gelten. Egal wie ernsthaft ich mir vornehme, mich für die nächste Prüfung rechtzeitig vorzubereiten, ich fange doch immer erst am Abend vorher an. Ein Wunder, dass ich überhaupt das Abi geschafft habe. Da hatte ich allerdings auch Deutsch, Englisch und Mathe schriftlich.
In meiner Psychologievorlesung hatte der Prof für dieses Phänomen ja sogar einen Namen:
"self- handicapping": Ich bereite mich schlecht vor, bestehe ich, dann bin ich genial, andererseits musste es ja so kommen.
Dabei bewundere ich wirklich diese Menschen, die sich wochenlang motivieren können, ihr Privatleben aufzugeben, um täglich die langweiligsten Dinge zu wiederholen und auswendig zu lernen. Da bleib ich wohl doch lieber bei meiner panischen "die ganze Nacht durchlernen inklusive fluchen, dass man nicht früher angefangen hat"- Methode.
So lange das Ergebnis stimmt...
Krizzz - 10. Aug, 23:53
Das war wirklich eine merkwürdige Woche. Dabei fing der freie Montag doch ganz entspannt an. Doch schon am Dienstag überfiel mich bereits die Lethargie beim Anblick eines Profs, der als Inbegriff des "Out of bed"- Looks gilt. Nicht nur, dass er bereits seit 3 Wochen den gleichen Pullover trägt (ungewaschen und ungebügelt),so nimmt er sich mittlerweile nicht einmal mal mehr die Zeit seine Haare ansatzweise zu bändigen. Übertroffen wird diese Erscheinung nur noch von seiner Büroeinrichtung. Man bedenke, dass es sich bei Universitätsräumen um öffentliche Einrichtungen handelt. Wer hätte gedacht, dass ich mir den Stuhl erst noch mühevoll freiräumen muss von Aktenordnern und undefinierbarem Müll. Diese Sprechstunde war wirklich ein eindrucksvolles Erlebnis.
Auch der Mittwoch schien nicht besser zu werden. Nicht genug, dass ich die gesamte Nacht ein Referat vorbereiten musste, so bekam ich anschließend bei dem Blick in die neusten Wahlstatistiken der Präsidentenwahl in den USA direkt eine Herbstdepression. Der Höhepunkt des Tages war allerdings ein IKK-Kurs. Wer hätte gedacht, dass es noch immer diesen Typ von Lehrern gibt, die Disziplin und Unterwerfung als ihre Maxime ausgeben. Der Blick auf die straff geschnürten Stiefel hätte mich vielleicht vorwarnen sollen aber man möchte sich ja nicht von Äußerlichkeiten die Meinung diktieren lassen. Die besagte Dozentin begann allerdings bereits mit einer schroffen Begrüßung und nicht ganz unbeeindruckt von ihrer Strenge, wagte man kaum zu atmen. Der gesamte Kurs schwieg ehrfürchtig, denn man bekam den Eindruck, dass sie jede Sekunde einen Stock nehmen würde und losprügelt.
Glücklicherweise ist dieser Kurs ja nur einmal die Woche.
Krizzz - 10. Aug, 23:46
Nichts ist so schön wie der erste Tag eines neuen Semesters. Vorallem dann, wenn sich jedes Mal wieder bestimmte Eigenarten von Erstsemestern beobachten lassen. Das beginnt schon morgens, wenn sie völlig planlos durch die überfüllten Gänge laufen, mit nutzlosen Plänen als Orientierungshilfe. Fast panisch rennen sie durch das Gebäude auf der Suche nach dem richtigen Raum und der Angst, bereits zur ersten Veranstaltung zu spät zu kommen. Aber sie werden ja noch früh genug lernen, dass nur wenig Studenten pünktlich sind, falls sie überhaupt erscheinen.
Genauso schön anzusehen ist, dass sie wirklich jeden Schnipsel mitnehmen, den sie bekommen können und sich von Fachschaften aus Mangel an Erfahrung gleich verpflichten lassen. Haben sie dann endlich das Seminar oder die Vorlesung erreicht, beginnt der nächste Spaß. Denn tatsächlich alle Erstsemester stöhnen spätestens nach 10 Minuten, da sie hektisch jedes Wort mitschreiben wollen und somit völlig den Anschluss verlieren. Und kaum verlassen sie den Raum, folgt das obligatorische Telefongespräch mit der Familie. Total aufgedreht und in unvollständigen Sätzen schreien sie förmlich alle Neuigkeiten in das Handy und amüsieren damit ihre Umgebung.
Und einen Fehler machen sie garantiert immer, vor lauter Aufregung lassen sie sich die gesponserten Dinge entgehen, auf die sich die älteren Semster dankbar stürzen. Aber das lernen sie auch noch und spätestens nächstes Semester beobachten sie dann schmunzelnd die neuen Erstis.
Krizzz - 10. Aug, 23:44
Es gibt nur wenig Gelegenheiten einen Studenten vor 10 Uhr in der Uni anzutreffen. Entweder handelt es sich um jene bedauernswerten Kommilitonen, die aufgrund von Anwesenheitspflicht tatsächlich zu dieser unverschämten Uhrzeit eine Veranstaltung besuchen müssen oder es ist wieder Semesterbeginn und die Einschreibung für die Kurse.
Ein derartiges Gedrängel kennt man eigentlich nur von Schlussverkäufen oder aus der Zeit, als ALDI diese billigen Computer angeboten hatte. Aber das Szenario des heutigen Tages übertrifft dies bei weitem. Zivillisierte Menschen kämpfen mit vollem Körpereinsatz um die Listen mit dieser unterschwelligen Angst, sonst nur noch zwischen Montagmorgen oder Freitagabend wählen zu können.
Und was soll ich sagen...Sieg!
Krizzz - 10. Aug, 23:42
Heute komme ich nicht umhin, mich mit der Frage zu beschäftigen, ab welcher Nuance Rosa eigentlich peinlich ist. Spätestens seit David Beckham können Männer ja ganz selbstverständlich ihre weibliche Seite zeigen und ein rosa farbenes Hemd ist schon lange kein Grund mehr für fragende Blicke sondern vielmehr alltäglich geworden.
Es gibt allerdings ein ganz bestimmtes Rosa, welches so in keinem Laden erhältlich ist und nur dann entsteht, wenn man versehentlich die weiße Wäsche mit roten Strümpfen versaut. Wenn nun aber ein international angesehener Medienwissenschaftler in diesem Unfall-Hemd eine Vorlesung hält und seitdem nur noch "Candy" gerufen wird, dann frage ich mich, ob ich darüber lachen oder Mitleid zeigen soll.
Als noch zentraler empfinde ich allerdings die Frage: Welche glücklich verheiratete Ehefrau lässt ihren Mann so aus dem Haus gehen? Oder anders: Macht Liebe tatsächlich blind oder war es vielleicht sogar Absicht?
Krizzz - 10. Aug, 23:39