my life unplugged
Der erste Eindruck prägt, das ist nur allzu menschlich. Was aber, wenn man sich nicht die Mühe macht, darüber hinaus einen Menschen kennen zu lernen sondern sich begnügt mit dem, was man glaubt über jemanden zu wissen?
Muss ein ernster Mensch immer auch unglücklich sein?
Habe ich nichts zu sagen, wenn ich lieber schweigen will?
Ist man gleich einsam, wenn man manchmal lieber alleine bleibt?
Es ist bequem, nur das zu sehen, was man sehen will. So ist das Leben einfacher, man stellt keine Fragen und muss nicht weiter darüber nachdenken. Was man dabei allerdings vergisst, sind die verpassten Chancen, die verlorene Zeit und das schlechte Gewissen, sich mit Oberflächlichkeiten begnügt zu haben und einem anderen Menschen so vielleicht Unrecht getan zu haben.
Krizzz - 4. Feb, 13:48
Just because everything is different doesn’t mean that everything has changed
„Du hast dich verändert.“
„Nein“ ist meine zögerliche Antwort nach einem langen Schweigen. „Das bin immer noch ich.“
„Aber die Leute mit denen du früher zusammen warst, die Partys, auf denen man dich getroffen hat…Was ist daraus geworden?“
„Seltsam, dass du das ansprichst. Denn genau in deren Begleitung war ich nie ich selbst und auf eben diese Veranstaltungen habe ich nie richtig hingehört“ Und mit einem nachdenklichen Blick ergänze ich: „Dieser Mensch war ich nie“
„Und jetzt? Bist du da, wo du sein willst? Sind die Menschen in deinem Leben die, zu denen du gehörst? Bist du glücklich?“
„Ja“ ist alles was ich darauf erwidere während ich meinen Kopf langsam auf seine Schulter fallen lasse und zufrieden die Augen schließe.
„Vielleicht lerne ich dich gerade erst richtig kennen“ ist seine Antwort und ich lächle sanft.
Krizzz - 9. Dez, 09:12
Das erste Mal seit etwa zwei Jahren habe ich wieder eine CD gekauft. Ein Album der Band, dachte ich, gemessen an dem Preis. Erhalten habe ich dann allerdings die Maxi. Man sagte mir es sei die Premium-Version und ich frage mich, ob damit der um 15 Sekunden längere aber ansonsten völlig identische zweite Track in der Album-Version gemeint ist, der 6,99€ für eine Single rechtfertigt, die nicht einmal in den Top 50 auftaucht.
Nun könnte man sagen, dass man für ein wirklich schönes Lied eben mal etwas mehr investiert und es beim nächsten Mal besser weiß. Ja, das könnte man, wenn man ein Gerät hätte, mit dem man diesen Kopierschutz umgehen kann, der so sicher ist, dass ich die CD auf keinen meiner 3 CD-Player abspielen und schon gar nicht mit dem PC wiedergeben kann. Sollte eine Branche, die zunehmend Kunden verliert, sich nicht wenigstens darum bemühen, dem Käufer entgegen zu kommen?
Krizzz - 24. Aug, 01:05
Der Regen hatte uns alle zusammengeführt, für eine Stunde standen wir uns unter der Kuppel des kleinen Pavillons gegenüber und schauten flehend in den violetten Abendhimmel. Über uns die dunklen Regenwolken und unter uns der verlassene Park, der noch am Nachmittag zahlreich besucht war.
Da waren wir, mir gegenüber ein Paar, das mit bunten Bändern und Stäben jonglierte, neben mir ein Vater mit seinen beiden Töchtern, denen er Fackeln bastelte und durch deren Licht man fast eine gewisse Lagerfeueratmosphäre verspürte und schließlich zwei junge Männer in schweren Ledermänteln, die sich mit einem Six-Pack "Mixery" betrinken wollten.
Es war still, niemand sagte etwas. Verträumt blickten wir alle in die Ferne und lauschten dem Flackern der Fackeln und den niederprasselnden Regentropfen. Dann verschwanden die dunklen Wolken und wir gingen weiter, jeder in eine andere Richtung. Ohne ein Wort.
Krizzz - 8. Aug, 23:33
Nachmittags haben wir noch freundlich im Treppenhaus geplaudert und im nächsten Moment ist er der Hauptdarsteller einer VOX- Reportage und spielt den edlen Retter bei meiner Nachbarin, der er mit einem neuen Blumentopf aushilft.
Wenn er das nächste Mal Reparaturen in meiner Wohnung durchführt, werde ich ihn um eine Autogrammkarte bitten und ein Foto von uns beiden machen für mein Album. Wer weiß was das mal wert sein wird, wenn er irgendwann eine eigene Heimwerker- Sendung bekommt.
Krizzz - 2. Aug, 23:17
Mein erstes Mal als Testscreener war gleich ein Volltreffer. Als auf der Einladung stand, dass es sich um eine Literaturverfilmung in englischer Sprache handelt, habe ich zunächst überlegt, ob ich wirklich hingehen soll, denn ich hatte absolut keine Idee, was mich da erwarten könnte. Den übrigen Zuschauern erging es da wohl ähnlich, alle befürchteten das Schlimmste. Oder besser gesagt das zweit- schlimmste, denn Tom Cruise hat ja an keiner Literaturverfilmung mitgewirkt.
Verwirrt hat mich dann zunächst, dass in der Reihe vor mir TomTykwer und Bernd Eichinger sowie einige andere deutsche Schauspieler saßen. Da diese aber extrem nervös waren und kaum still sitzen konnten, war schnell klar, dass sie etwas mit dem Film zu tun haben mussten.
Schließlich trat die Moderatorin auf die Bühne und musste nur das Wort "Perfume" aussprechen, bevor die Zuschauer voller Erleichterung und Begeisterung in Jubel ausgebrochen sind, noch bevor sie auch nur eine Szene gesehen hatten. Da hatten wohl einige Testscreener schon ziemlich schlechte Filme ertragen müssen.
Der Film war dann tatsächlich richtig gut, eine Verfilmung, die dem Buch auf jeden Fall gerecht wird. Auch wenn wohl noch einige Szenen wegfallen, denn die Vorführung dauerte genau drei Stunden. Es hat sich aber trotzdem gelohnt und es war wirklich schön mit anzusehen, wie sehr die Regisseure und Schauspieler leiden, wenn sie zum ersten Mal die Reaktionen des Publikums erleben.
Krizzz - 29. Apr, 01:10
Wenn der Postmann zweimal...Aber lassen wir das!
Man hat sich ja mittlerweile damit abgefunden, dass Briefe mit großer Verspätung oder auch einfach mal gar nicht ankommen. Wenn man aber einen Umschlag vorfindet, der mutwillig und derart dreist geöffnet wurde, fehlen einem dann doch die Worte. Sollte man nicht wenigstens versuchen, es wie eine Verkettung unglücklicher Umstände aussehen zu lassen? Stattdessen erhalte ich einen Brief mit einer 7 cm langen Öffnung, natürlich ohne Inhalt. Wahrscheinlich hat der "nette" Mitarbeiter der Post noch geflucht, weil ich den Inhalt vorsorglich fixiert hatte. Das hat ihn bestimmt wertvolle Sekunden gekostet, in denen er mühelos fünf weitere Umschläge hätte öffnen können.
Reaktion der Post auf meine schriftliche Beschwerde: keine!
Krizzz - 21. Apr, 01:44
...zumindest für die Fernsehzuschauer.
Ich kann mich nicht erinnern, schon einmal Olympische Spiele derart begeistert und in dem Maße verfolgt zu haben. Und das, obwohl ich eigentlich sehr viel Sport schaue. Allerdings beschränkt sich das bei den winterlichen Disziplinen gewöhnlich auf Skispringen, Biathlon und Eisschnelllauf- nicht wirklich überraschend, wenn man in unmittelbarer Nähe zu einer Skisprungschanze und der Biathlon- Hochburg Oberhof aufgewachsen ist. Wobei sich mein Talent auf Schlittenfahren und dreimaliges Überschlagen beschränkt.
Umso überraschender, dass ich bei den Übertragungen aus Turin so gut wie keine Sportart ausgelassen habe und zu meinem Entsetzen sogar Spaß an Eiskunstlauf gefunden habe. Und wenn man mal die Einschaltquoten betrachtet, hat das Olympia- Fieber wohl eine Menge Deutscher gepackt. Obwohl ich den verkrampften Blick auf den Medaillenspiegel schon etwas überflüssig fand.
Schade, dass man für die Athleten vor Ort diese Stimmung nicht transportieren konnte, es war schon sehr peinlich, wie die Veranstalter durch die unverschämten Eintrittspreise jegliche olympische Atmosphäre in Keim erstickt haben.
Trotzdem waren es großartige Tage und letztendlich bin ich froh, dass sie so ein schönes Ende gefunden haben. Eine weitere Woche und Harald Schmidt hätte sich im Zusammenspiel mit Waldi seinen Ruf wohl endgültig ruiniert.
Krizzz - 26. Feb, 20:09
Du hast mich nun gefunden. So lange nachdem. Noch immer hattest du es also versucht, obwohl ich dich bat, nicht nach mir zu suchen.


Und wie du siehst, habe nicht nur ich Spuren hinterlassen. Auch du hast dich heute nicht unbeobachtet bewegt. Aber das wolltest du ja auch gar nicht. Oder doch?
The dust has only just began to form
Krizzz - 2. Feb, 22:22
I've been to Georgia and California and anywhere I could run
I took the hand of a preacher man and we made love in the sun
But I ran out of places and friendly faces because I had to be free
I've been to paradise but I've never been to me
Solange ich mich erinnern kann, war ich immer mehr oder weniger auf der Durchreise und bin niemals irgendwo richtig angekommen. Da war stets diese innere Unruhe und der Wunsch weiter zu ziehen, um den Ort zu finden, der mich festhält und Ruhe in mein Leben bringt. In den vergangenen vier Jahren ist mir das jedoch nicht gelungen, denn als ich damals nach dem Abitur ausgezogen bin, versuchte ich mein Glück in Hamburg, Köln, Nürnberg und seit zweieinhalb Jahren in München. Und auch wenn ich das Gefühl habe, etwas mehr Beständigkeit (vor allem durch mein Studium) in mein Leben gebracht zu haben, so blicke ich dennoch auf die wohl turbulentesten drei Wochen meines Daseins zurück. Ein Jahresanfang mit Knalleffekt sozusagen. Und das es nicht unbedingt ruhiger wird, wenn ich im Sommer mein Studium beende, kann ich wohl nicht leugnen. So where do I go from here? Werde ich einem Freund nach Stockholm folgen, das Abenteuer Tokio wagen oder vielleicht doch in München bleiben?
Die einzige Konstante ist scheinbar die Veränderung aber wenn man gerade einmal 21 Jahre ist, dann ist das wohl irgendwie normal. Für Alltagsleben, Routine und Sicherheit bleibt ja noch genug Zeit.
Krizzz - 14. Jan, 19:16